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Notizen zur Schmuckli-Familienforschung

Früheste Quellen
"Im Jahre 1384 wurden R. und C.1) Smuki von Echtoltswile [Echeltschwil unterhalb Goldingen (weiland Oblinden)] vor das Zürcherische Hofgericht geladen." 2)
"Uli Schmuckli von Oberuzwil hat am 20. Januar 1420 empfangen den Hof Oberhonberg."3) Uli Schmuckli war 1432 Weibel des Grafen Friedrich VII. von Toggenburg. Der Homberg (mit Städeli und Herrenhof), heute Stolzenberg, bei Oberuzwil hiess auch »Schmucklisberg«. Rund 400 Jahre lang wohnten Nachfahren dieser Schmuckli "auf dem Berg". 1856 erhielt ein Johann Georg Schmuckli vom Herrenhof 25 Franken Entschädigung für die Landbenutzung anlässlich des Baus der Eisenbahn St. Gallen-Wil.
"1417 zahlt [Ulrich] Schmuckli zu Pfäffikon 4 b [Batzen?] Steuer."4) Im ersten Bürgerbuch der Stadt Zürich findet sich am 14. Juli 1427 ein "Uli Schmukli von Pfeffikon"
Um 1500 war Heinrich Schmuckli »zur heiligen Buchen« bei Uzwil äbtischer Ammann, später auch Landammann des toggenburgischen Unteramtes.


Herkunft und Name
Beidseits des Ricken sind Schmuckli seit dem 14. Jahrhundert erwähnt. Alfons Schmucki ist 1953 der Nachweis gelungen, dass die Schreibweise des Familiennamens Schmucki, Schmuckli, Schmuki (auch -y und -lin und mit gg an Stelle ck) abwechslungsweise vorkommt.5) Dies lässt den Schluss zu, dass alle Schmuck(l)i gemeinsame Vorfahren haben, die um 1400 im Toggenburg und im Seebezirk lebten. Alfons Schmucki fand in den Archiven von mehr als 30 Toggenburger Gemeinden und Pfarrämtern Hinweise auf diese Namen.6)

Namensdeutung
"Schmuckli geht zurück auf das mittelhochdeutsche "smieg" (germanisch "smug"; Wortstamm heute in "schmiegen" vorkommend) und meint wohl »der mit dem krummen Hals«.7) Es handelt sich also um einen von Körpermerkmalen abgeleiteten Namen (vom Typ »Fuss«, »Kopf«, »Bein«, »gross«, »klein«, »dick«, »alt«, »jung«, usw.).


Schmuckli von Netstal
Der Protestant "Holgis [Elias] Schmuckli us dem Durtal" kaufte am 1. Dezember 1628 um 100 fl. das Tagwenrecht in Netstal.8) Er war bereits 1603 mit einem Steuerbrief versehen worden.9) Als Neulandleute bekamen die Schmuckli erst 1834 das Landrecht. Alfons Schmucki konnte aus den von ihm konsultierten Archiven im Toggenburg nicht schlüssig herausfinden, woher Elias Schmuckli gekommen war, fand aber Schmuckli in Wattwil, Egg, Stein und Nesslau, die um 1600 dort lebten. Elias dürfte vor 1585 geboren und evangelisch getauft worden sein.


Stammbaum der Schmuckli von Netstal
Elias Schmuckli heiratete 1623 Regula Stucki. Sohn Hans Heinrich (Maurermeister, 1627 - 1693) wurde katholisch, um Margarete Gallati († 1666) von Näfels heiraten zu können. Seither sind die Schmuckli von Netstal katholisch. Hans Heinrich hatte 3 Söhne (Fridli, Elias 1658, Melchior) und eine Tochter (Anna). Melchior zog 1698 nach Frankreich. Elias heiratete Magdalena Heer (protestantisch, wurde katholisch). Sein Sohn Johann Joseph († 1766), Maurer in Lenzingen, heiratete Maria Barbara Oswald und hatte zwei Söhne, Hein-rich Fridolin († 1802) und Josef Elias († 1809). Von diesem Josef Elias, Stammvater der heutigen Schmuckli von Netstal, erstellte im Jahre 1972 der Staatsarchivar von Glarus, Josef Müller, einen Stammbaum für Pater Gislar (Balthasar) Schmuckli OFM (1915 - 1992); das Papier hat das Format 710 (!) cm x 30 cm und enthält alle (bekannten) Schmuckli von Netstal zwischen 1751 und 1972 (mit Genealogienummern des Kantons Glarus).


Familienwappen
Hans Kläui hat 1953 das Wappen mit Helmzier der Schmuckli von Netstal gezeichnet. Das Wappen, drei schwarze Keulen auf goldenem Grund,10) ist auch im Germeindehaus Netstal als Wandmalerei zu besichtigen. Die Keulen könnten auf einen legendären "wilden Mann" hindeuten.
Alfons Schmucki erwähnt das Schmucki-Wappen11) im Rathaus zu Uznach (auf blauem Grund oben 3 goldene Sterne, in der Mitte ein goldenes Band, unten ein goldenes Schiffchen). Er regte ein eigenes Wappen (Schmucki von Bütschwil) an, das ein schwarzes Doppelkreuz (Lothringer- oder Patriarchenkreuz) auf goldenem Grund zeigt. Er führt dies auf eines der zwei Siegel des Ammanns Heinrich Schmuckli von 1495 zurück. Da allerdings auch andere Ammänner im Toggenburg dieses Kreuz im Siegel12) führten, könnte dieses Symbol auch ein Amt oder eine Funktion (im Toggenburg?) bezeichnen und muss nicht zwangsläufig einem Familiennamen zugehörig sein.
Die Familie "Schmuckh" führt im Wappen einen Bären mit Werkstück in den Pranken.13)

Familiennamenbuch
Schmuckli waren im Jahre 1962 in folgenden Bürgergemeinden (Herkunft) verzeichnet:
Niederdorf BL 1918 (aus Frankreich), Thürnen BL 1908 (aus Frankreich), Basel BS 1931 (aus Oberuzwil), Glarus GL 1944 (aus Netstal), Netstal GL 1628 (Herkunft nicht bekannt), Lütisburg SG (vor 1900), Niederglatt SG (vor 1800), Obererlinsbach SO 1928 (aus Frankreich), Wädenswil ZH 1944 (aus Netstal), Zürich ZH 1960 (aus Lütisburg).


Was könnte weiter getan werden für die Familienforschung?
Die zahlreichen Notizen und Abschriften von Quellen durch Alfons Schmucki aus den Jahren 1935 bis 1957 sollten systematisch ausgewertet und mit einem Quellenverzeichnis versehen werden. Dadurch könnten allfällige Lücken erkannt werden. Von etlichen Kirchenbüchern aus dem Thurgau und St. Gallen gibt es im Stiftsarchiv Abschriften,14) welche die Suche erleichtern.
Vielleicht gibt es in der toggenburgischen (Siedlungs-) Geschichte Hinweise auf Wanderbewegungen oder Siedlungsformen, welche erhellen, woher und wohin die Schmuckli zwischen 1200 und 1700 kamen und gingen und wie sie lebten? Allenfalls müssten auch Quellen im Ausland erschlossen werden; es gibt auch Schmuckli im Elsass.
Die Verbindung der Netstaler Schmuckli zum Toggenburg sollte anhand der Quellen im Toggenburg gefunden werden.
Die Lokalitäten auf und um den Schmucklisberg sollten in Augenschein genommen werden. Vielleicht gibt es noch irgendwelche Spuren zu sehen, ein erhaltener Grabstein, ein Wappen oder Gebäude aus der Zeit vor 1500?

Verfasst am 18. September 1999 durch Balthasar Fridolin Schmuckli, Olten

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1) Vielleicht die damals häufig vorkommende Schmuckli-Vornamen Ruedi und Cuntz oder Cuoni?
2) Werner Schnyder, Rechtsquellen zur Zürcher Wirtschaftsgeschichte, Band 1, Zürich 1937
3) LA 75 fol 59v Lehenarchiv in der Abtei St. Gallen
4) Zürcher Steuerrödel Band II (1417), Seite 430
5) A. Schmucki, Die Schmucki und Schmuckli im Toggenburg, Toggenburger Heimat-Jahrbuch 1953, S. 122
6) Toggenburger Heimat-Jahrbuch 1953, Seite 125
7) Zürcher Namenbuch (genaue Quelle ist noch zu eruieren)
8) Paul und Hans Thürer, Geschichte der Gemeinde Netstal, Mivelaz-Wymann, Netstal 1963, Seite 31
9) Paul und Hans Thürer, Geschichte der Gemeinde Netstal, Mivelaz-Wymann, Netstal 1963, Seite 345
10) Auch abgebildet in Paul und Hans Thürer, Geschichte der Gemeinde Netstal, Netstal 1963, Seite IV
11) Toggenburger Heimat-Jahrbuch 1953, Seite 123
12) Die Amtssiegel der Ammänner im Unteramt 1428 - 1798, Toggenburger Heimat-Jahrbuch 1949, S. 77 ff
13) Ottfried Neubecker, Grosses Wappen Bilder Lexikon, Battenberg, Augsburg 1985, Seite 270
14) Familienforschung auf dem Internet: Stiftsarchiv St. Gallen (www.eye.ch/swissgen.htm)

 

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